Monatsarchiv für April 2008

17
Apr
 »  Kein Kommentar

oberpfaffenbachen2.jpgEin bisschen mutet es schon an wie die süddeutsch-provinzielle Version der berühmten Qashqai Car Stunts, wenn man sich Rampenfest, die neue virale Kampagne von BMW anschaut. Da steht demnach irgendwo in der bayrischen Provinz eine gigantische Autorampe, durch die beim berühmten Rampenfest von Oberpfaffelbachen ein BMW den Sprung über den großen Teich nach Amerika schaffen soll. Und ein US-Filmemacher, den es in den heimeligen Ort verschlagen hat, ist so fasziniert, dass er die Bemühungen der skurrilen, aber irgendwie liebenswerten Bewohner in Bild und Ton festhält.

Nicht nur die Größe der Rampe mit 454m Höhe ist dabei rekordverdächtig, auch der Aufwand, der insgesamt mit der viralen Kampagne betrieben wird, ist spektakulär. Neben dem schon fast abendfüllenden Dokumentarfilm wurde gleich noch eine ganze Homepage für den Ort mit Informationen über den Stadtrat, die Geschichte der Stadt und einem Aufruf zur Beteiligung an der „Miss Rampe“-Wahl ins Netz gesetzt.

Da hier massenweise “Typisch Deutsch”-Klischees transportiert werden – wie z.B. bayrische Gemütlichkeit und Trachten sowie ein Dialekt, der nicht nur für den amerikanischen Gast schwer verständlich ist – ist davon auszugehen, dass hier als Zielgruppe doch eher die Kundschaft aus Übersee im Fokus steht. Norddeutsche Gemüter wundern sich höchstens darüber, dass sie den amerikanischen Gast besser verstehen als die meisten „Ortsansässigen“. Aber zum Glück gibt es ja englische Untertitel.

Mit Hilfe der Story rund um die verrückte Idee und die skurrilen Einwohner ist dabei eine virale Kampagne entstanden, bei der die beworbene Marke eher unaufdringliches Beiwerk, aber doch stetig präsent ist. Ob wie angekündigt im November 2008 der große Sprung gewagt wird, bleibt allerdings abzuwarten.

4
Apr
 »  Kein Kommentar

euros_hands.jpgMund-Propaganda ist kein neues Konzept. Schon lange bevor der Ausdruck „Empfehlungs-Marketing“ aufkam, haben Menschen ihren Verwandten, Nachbarn oder Arbeitskollegen Produkte empfohlen oder im negativen Fall auch von ihnen abgeraten. Durch das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten, auf einfache und schnelle Weise seine Meinung vor einem Millionen-Publikum kund zu tun, sind Mund-Propaganda-Mechaniken aber verstärkt in den Fokus von Marketing-Aktivitäten gerückt. Die Empfehlung eines zufriedenen Käufers wirkt für die meisten Menschen nun einmal viel authentischer und glaubwürdiger als jede noch so schöne Hochglanz-Anzeige.

Während also praktisch niemand mehr der Mund-Propaganda ihr enormes Marketing-Potenzial absprechen würde, fehlte es bisher meist jedoch oft an Daten, die diese Bedeutung auch statistisch untermauerten. Besonders der rein finanzielle Benefit war nur schwer in Zahlen fassbar. Eine aktuelle Studie aus den USA hat sich dieses Problems jedoch angenommen und am Beispiel der Computer-Hardware-Branche höchst interessante Fakten ermittelt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Promotoren – also Personen, die eine hohe Bereitschaft haben, Produkte weiter zu empfehlen – von sich aus bereits ungefähr $200 mehr Umsatz produzieren als der durchschnittliche Verkäufer. Bei einem mittleren Wert von ca. $1600 bedeutet dieses eine Steigerung von 12,5%. Berücksichtigt man dazu noch die durch die Empfehlungen des Promotoren hinzu kommenden Umsätze anderer Personen, so kommt man auf einen Gesamtwert von über $2600, was eine Steigerung von über 60% bedeutet. Statistisch kommen so auf zwei Promotoren ein Neukunde.

Dass man bei diesen durchaus optimistisch stimmenden Zahlen die Kehrseite der Medaille, die unzufriedenen Kunden („Detraktoren“), keinesfalls vergessen sollte, wird durch die noch gravierenderen Zahlen zu diesen deutlich. Durch ihre negativen Äußerungen verliert das Unternehmen für jeweils 6 unzufriedene Käufer 5 potenzielle Neukunden, was den „Umsatz-Wert“ eines Detraktors auf ungefähr $100 sinken lässt, also 6% des Durchschnitts-Wertes bzw. 4% von dem eines Promotors. Ausreichend Grund also, den Dialog besonders mit den unzufriedenen Kunden zu suchen und diese in den Fokus von Kommunikations-Maßnahmen zu stellen.