Monatsarchiv für September 2008

26
Sep
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rating-sample_03.jpgDie Studie „Brand New World“ von Platform-A Germany bringt neue Erkenntnisse über den Einfluss des Internets auf die Markenwahrnehmung und das Kaufverhalten.
Demnach sind Produktrezensionen und Preisvergleich-Portale für die deutschen Internetnutzer von immer stärkerer Bedeutung. Knapp dreiviertel (71%) haben innerhalb der letzten sechs Monate eine Produktrezension von anderen Konsumenten gelesen und mehr als zwei Drittel (68%) nutzten Portale zum Vergleichen von Preisen.
Eine weitere Erkenntnis ist, dass Informationen im Internet die Beziehung zwischen Käufern und Marken beeinflusst. Fast die Hälfte der Käufer (46%) beurteilten verschiedene Marken nach ihrer Internet-Recherche positiver.

Andrew Bradford, Mitautor der Studie spricht von einem hohen Potenzial, aber auch von der Gefahr, dass die traditionell aufgebauten Markenbeziehungen durch das Internet untergraben werden könnten.

Die Studie bestätigt die steigende Relevanz des Online-Marketings. Mit professionellem Monitoring und Posting können Unternehmen das Image ihrer Marken im Internet effizient evaluieren und steuern. Nur diese Erkenntnisse können die Grundlage für effektives Online-Marketing sein.

19
Sep
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blog_crisis.jpgNahezu unbegrenzt sind die Möglichkeiten, dem Ruf eines Unternehmens mit Bad Publicity zu schaden. Klassisch gesehen, bieten Skandale rund um das Business und die Leitfiguren des Unternehmens beliebte Gründe für Anprangerungen und Boykottaufrufe. Aber auch schon kleine verbale Ausrutscher werden, wie z.B. im Fall von Chris Bangle, Chefdesigner bei BMW, gnadenlos ausgenutzt. Bangle hatte in einem Messe-Interview ehrfurchtsvoll von einer „Axis of White Power“ gesprochen. Der Begriff „White Power“ wird von der amerikanischen Neonazi-Szene verwendet, um ihre Ideologie zu rechtfertigen.

Das Internet und insbesondere Weblogs bieten Plattformen, auf denen sich negative wie auch  positive Äußerungen rasant weiterverbreiten. Auf dem 360 Digital Influence Blog finden sich fünf Tipps zum angemessenen Reagieren auf eine „Blog-Krise“:

1.    Die Hauptakteure per „About“-Seiten in Quellen, Kommentatoren sowie Promoter unterteilen und jeweils einzeln ansprechen.
2.    Die Unterhaltungen mittels Twitter Search nach Tonalität und Frequenz evaluieren.
3.    Anstatt eines anonymen Corporate Accounts eine reale Person mit Authenzität kommunizieren lassen.
4.    Mittels eines Corporate Blogs die Diskussion auf die eigene Seite verlagern.
5.    Keine Diskussion ignorieren, sondern stetig kommunizieren und alle zu einem positiven Ende führen.

Besser als hektisches Reagieren ist das vorausdenkende Agieren. Dazu gehört es, die Stimmung in der Blogosphäre stetig zu beobachten, den Kontakt zu suchen und einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Blogger schätzen den offenen Umgang von Unternehmensseite und mögliche negative Entwicklungen können frühzeitig erkannt und umgekehrt werden. Professionelles Monitoring und Posting werden zunehmend erforderlich. In dem genannten Fall verbreitete BMW eine Videonachricht, in der Chris Bangle alle Missverständnisse nachvollziehbar aus dem Weg räumte. So konnte die Negativ-Kampagne in eine Promotion der Designführerschaft von BMW verwandelt werden.

11
Sep
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Spore User ReviewsWenn von Sporen und Graswurzeln die Rede ist, befindet man sich normalerweise im Reich der Biologie oder der Gärtnerei und nicht im Online-Marketing. In einem aktuellen Fall jedoch ergeben die beiden Begriffe in Kombination ein faszinierendes Beispiel für die Macht des Konsumenten und die zahlreichen Möglichkeiten, mit User Generated Content im Netz ein Statement zu setzen.

Worum geht es? Um Spore, das neue, langersehnte und mit viel Vorschuss-Lorbeeren versehene Computerspiel von Will Wright, dem Schöpfer solcher Klassiker wie Sim City oder The Sims, eine Lebenssimulation, die die Spieler in die Lage versetzt, eine Lebensform auf ihrem Weg von der Ursuppe über die Anfänge der Zivilisation bis zur Besiedlung des Weltraums zu begleiten.

Während das Spiel in der Fachpresse fast überwiegend gute Wertungen bekommt – Gamerankings weist einen Durchschnitts-Wert von über 86% aus – dürfte Publisher Electronic Arts über die User-Wertungen auf Amazon alles andere als glücklich sein. Bei ca. 2000 Bewertungen auf Amazon.com finden sich ungefähr 1800, die dem Spiel nur einen Stern zugestanden – Tendenz steigend. Bei Amazon.de zeigt sich ein ähnliches Bild: 180 1-Stern-Bewertungen von insgesamt ca. 250. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz zwischen „Experten-Meinung“ und User-Feedback? Sieht man sich die negativen Rezensionen an, so stellt man schnell fest, dass es bei der Kritik praktisch nie um das Spiel selbst geht. Hier wird nicht die Grafik oder das Spielerlebnis bemängelt, hier geht es um die lautstarke Kritik am DRM-Systems des Spiels und der Entscheidung des Publishers, das Spiel mit einer Form des Kopierschutzes auszuliefern, die die Anzahl der möglichen Aktivierungen des Spiels auf drei beschränkt. Spieler kritisieren, dass dies eher einem Mieten als einem Kauf gleich kommt – dies aber zu einem handelsüblichen Kauf-Preis.

Und damit kommen wir zu unserem kleinen botanischen Exkurs zurück. Graswurzelbewegung , so nennt man eine spontan aus der Gesellschaft heraus entstehende politische oder wirtschaftliche Initiative, die Menschen mit einem gemeinsamen Anliegen zusammen kommen lässt. Das Amazon-Rating-System wird quasi zweckentfremdet, um eine Meinung zu verbreiten – geht es hier doch gar nicht um die Qualität des Produktes an sich, sondern um Kritik an einer wirtschaftlichen Entscheidung. Die Verkaufscharts der nächsten Wochen werden zeigen, welchen Einfluss diese Bewegung hat, abgesehen davon ist es sicher, dass das Image des Publishers nachhaltig beeinträchtigt sein wird.

3
Sep
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sale.jpgEs ist kein Geheimnis, dass die Übernahme der Videoplattform Youtube für Google zumindest finanziell keinen wirklichen Vorteil bedeutet hat. Auch wenn man den Markt des bewegten User Generated Contents weiterhin beherrscht, sind die vor kurzem prognostizierten Umsatzzahlen von 200 Mio Dollar aber vermutlich nicht einmal ausreichend, um die laufenden Betriebskosten zu decken – vom Kaufpreis mal ganz zu schweigen.

Eine neue Einnahmequelle muss also her und Youtube besinnt sich auf die klassischste aller Online-Werbemaßnahmen – die Banner-Werbung. Schnäppchenjäger seien aber gewarnt: Die exklusive Full Screen-Präsenz auf der Startseite schlägt mit gewaltigen 200.000 Dollar zu Buche – pro Tag wohlbemerkt. Alternativ gibt es eine Videoanzeige für $175.000, verpflichtet sich aber zusätzlich noch für weitere $50.000 Anzeigen zu schalten. Trotz des guten Euro-Kurses ein mehr als stolzer Preis, der erst einmal seine Abnehmer finden muss.

Dass Web2.0-Giganten nicht immer Groschengräber sein müssen, zeigt Community-Primus MySpace: Im Juni konnte das soziale Netzwerk mit 52,3 Milliarden Anzeigen und 15,9 Prozent Marktanteil die bisherige Nummer Eins Yahoo auf den Silbermedaillen-Platz verdrängen.  Das Beispiel zeigt: Auch nach fast 15 Jahren ist das Werbebanner nicht tot – man muss es nur richtig einsetzen.