“Social Business” heißt das Schlagwort, unter dem das beliebte deutsche Business-Netzwerk Xing seine neue Application-Offensive startet: Insgesamt 16 Apps sind seit heute auf der Seite verfügbar (darunter auch die drei bestehenden und von Xing entwickelten “Ask Xing”, “Twitter Buzz” und “Xing News”), die der User zu seinem Profil hinzufügen kann. Die Programme sind über die OpenSocial-Schnittstelle eingebunden und kommen von externen Entwicklern.
Unter den neuen Anwendungen finden sich Medien-News-Apps wie Einbettungen der Meldungen von Sueddeutsche.de oder Welt Online, aber auch diverse interaktive Werkzeuge zum gemeinsamen Arbeiten: So gibt es etwa die Huddle Workspaces und das Online-Tool Zcope als Applications, die für Projektmanagement und gemeinsames Arbeiten an Dokumenten und Aufgaben geeignet sind. Doodle und Tungle setzt man zur Planung von Terminen, Konferenzen und Meetings ein, MindMeister bietet die Möglichkeit, eine grafische Mind-Map zu erstellen und zu sharen. Auffällig dabei ist allerdings eines: Vor allem die komplexeren der neuen Xing-Apps funktionieren nicht oder nur eingeschränkt innerhalb der Xing-Umgebung, sondern sind lediglich Teaser, die zu den Vollangeboten der entsprechenden Anbieter verlinken und keineswegs tatsächlich mit dem Nutzerprofil interagieren.
Was das neue Apps-Portal wirklich bringen werden, wird wohl langfristig davon abhängen, wie gut die dort verfügbaren Programme sind. Xing muss in jedem Fall aufpassen, nicht ein in sich abgeschlossenes System zu werden, das keinerlei echte Vernetzung nach außen hat, womit auch klar wird, dass zukünftige Apps wohl mindestens Vernetzungen zu den großen Social Networks (Twitter und Facebook) beinhalten sollten, die tatsächlich interaktiv sind (die bestehende Twitter-App ist eine reine Suchmaschine). Nützliche Business-Apps gehen zwar ebenfalls in die richtige Richtung, diese sollten aber auch innerhalb von Xings Webumgebung realisierbar sein und nicht einfach auf die entsprechenden Dienste verlinken, sonst wird der Begriff Application zumindest in dem Sinne, in dem er von allen anderen Networks verwendet wird (als kleines, auf anderen Diensten basierendes Programm, das in die eigene Benutzeroberfläche eingebunden ist) eigentlich ad absurdum geführt.










5 Kommentare
Ich glaube eben nicht mehr daran, dass “das schon noch wird”… XING ist bereits ein in sich abgeschlossenes System (vermutlich auch technisch – weshalb einige Apps gar nicht funktionieren können). Und “Süddeutsche” bzw. “Welt” beweisen es erst recht: Social Media ist Freiheit (auch im Sinne von Abwesenheit) von einem “Sender”, der “bestimmt”, was “empfangen” wird. Warum keine einfache Möglichkeit, RSS-Nachrichten auslesen zu können – in Konkurrenz bspw. zu iGoogle??
Alles was nicht flugs die Kurve kriegt – vom Einweg- zum Mehrweg-Medium – landet am Ende der Sackgasse.
Das ist mir auch aufgefallen, dass einige der Apps im Prinzip kaum mehr sind als Werbebanner. Wenn man was machen will, muss man sich auf der entsprechend zugehörigen Seite anmelden und dort arbeiten. Aber das wird schon noch… der erste Schritt ist gemacht.
@kadekmedien: Dass die Networks, die sich untereinander am besten kombinieren lassen, die erfolgreichsten sind, beweisen ja eben Twitter und Facebook, insofern stimmt das. Interaktivität ist wirklich wichtig, ein paar Tools, mit denen man seine Präsentationen hochladen kann, sind doch etwas dürftig. Aber wie gesagt: Ein Startpunkt ist gemacht, mal sehen, wo die Reise hingeht. Zumindest im Moment ist in Deutschland ja keine Alternative in Sicht.
Danke für die kurze Übersicht über die Funktionen, man will ja nicht alles selbst installieren. Habt ihr Tipps, was davon am besten ist?
@Oliver: Ask Xing kann hilfreich sein, wenn man gute/viele Kontakt hat, Huddle wirkt auch ganz brauchbar, SlideShare und Mindmap sind ganz gut, aber nur, wenn man diese oder ähnliche Sachen sowieso schon macht.
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[...] Die Wirtschaftswoche berichtete unlängst darüber, wie sich die Präsenz und die Zahl der Kontakte auf den diversen Networking-Plattformen zu einer Währung entwickeln, die entscheidend sein kann für den Erfolg im Berufsleben. (In diesem Zusammenhang ist sicher erwähnenswert, dass Xing sich ein wenig geöffnet hat für externe Anwendungen, die sich jetzt integrieren lassen in die Oberfläche. Mehr dazu gibts bei massklusive.) [...]
[...] der Schlüssel dazu sein, sich in der Flut der vielen Webdienste zu behaupten. Die Apps, die Xing im Juli vorgestellt hatte, bieten diese Interaktivität leider noch immer nicht: So ist zb. Die Twitter-Buzz-Applikation [...]