Kaum ein Tag vergeht in den letzten Wochen ohne News-Meldung von Facebook: Nachdem das bereits seit einiger Zeit weltweit erfolgreichste Social Network nicht nur den Lifestream- bzw. Microblogging-Dienst Friendfeed gekauft (eine deutliche Ansage in Richtung Twitter), den langjährigen Rechtsstreit mit StudiVZ beigelegt (das offenbar inzwischen nicht mehr als Bedrohung gesehen wird) und eine Lite-Version seines Dienstes gestartet hat, die ganz ohne Apps und für viele Menschen nervige Zusatzanwendungen auskommt, veröffentlichte man gestern die Erfolgs-Meldung, dass die 300-Millionen-User-Grenze geknackt ist, was einer Verdreifachung seit dem letzten Jahr und etwa der kompletten Einwohnerzahl der USA entspricht. Mark Zuckerberg, der das Network im Jahr 2004 gegründet hat, verkündete stolz in seinem seiteninternen Blog, dass Facebook inzwischen sogar schwarze Zahlen schreibt, womit er nach eigenem Bekunden eigentlich erst im nächsten Jahr gerechnet hatte. Laut Berichten liegt der Umsatz bei etwa 500 Millionen Dollar. Außerdem plant man mit „Facebook Voice Chat“ einen eigenen Telefondienst und hat die beliebten @Replies von Twitter in ein eigenes Antwort-System in den Statusmeldungen umgesetzt. Unternehmen aller Art und auf der ganzen Welt nutzen derweilen die Public Profiles oder Fanpages von Facebook in zunehmendem Maße dazu, ihre Kunden näher an sich zu binden, regelmäßig mit Updates und News zu versorgen und in den vielbeschworenen Dialog zu treten, der das Social Web ausmacht.
Der Erfolg von Facebook liegt sicherlich zu einem großen Teil an der konsequenten Offenheit seines Systems: Jedermann kann Apps entwickeln (die selbst manchmal für Schlagzeilen sorgen), mit etwas Aufwand Fanpages einrichten, Gruppen gründen und vor allem jeden anderen erdenklichen Web2.0-Dienst an das Social Network anbinden, um etwa seine Lieblingssongs von Last.fm, seine Twitter-Statusmeldungen oder die auf Flickr hochgeladenen Bilder in seinem persönlichen Stream darzustellen und so alle seine Internetaktivitäten an einem zentralen Ort publizieren. Facebook wird damit mehr und mehr zu dem oft geforderten „Betriebssystem“ für jegliche Art von social activity im Internet, einem Tool, das alle Aktivitäten des Users an einem zentralen Ort bündelt, während alle anderen Dienste nach und nach zu Spezialanwendungen für bestimmte Fälle degradiert werden. Man darf gespannt sein, wo diese Reise hingeht.
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7 Kommentare
Das mit dem Telefondienst klingt irgendwie cool, aber warum nicht gleich mit Webcam chatten
?
Webcam-Chat lockt doch nur Spinner an, oder nicht?
Stimmt natürlich auch, wenn man es so sieht…
Ne, da fände ich so eine Art eingebautes Skype besser. Nur die Chatfunktion müsste mal besser werden. Die ist ja sogar bei Studivz besser, da kann man den Chat rauslösen aus dem Fenster.
Ich will am liebsten eine Star-Wars-App ;o).
Woher kommen denn die ganzen Friendsdings-Kommentatoren
?
@Marshviper: Absolute Zustimmung, die Aussage hätte von mir sein können. Der Facebook-Chat braucht wirklich noch Arbeit.
Ja, es wird immer spannender, und facebook hat das Zeug dazu, die Super-Global-Community im SocialMedia-Zeitalter zu werden . . . Die Zeichen dafür stehen gut.