14
Jan

foursquare3Der Siegeszug der Smartphones ist nicht aufzuhalten, die Nutzung des mobilen Web explodiert geradezu und vor allem ein neuer Social Media-Dienst profitiert davon: Die Rede ist von dem mobilen und locationbasierten Netzwerk Foursquare, das den Usern über das Mobiltelefon und die zugehörige Foursquare-App die Möglichkeit eröffnet, an realen Orten „einzuchecken“, dort Punkte und spielerisch verschiedene Trophäen zu sammeln, Tips von anderen Nutzen zu dem jeweiligen Ort zu bekommen und schließlich auch zu sehen, wo die im Netzwerk hinzugefügten Freunde sich gerade aufhalten. Sah es vor ein paar Wochen noch nach einem Kopf an Kopf-Rennen mit dem Konkurrenten Gowalla aus, so hat die Neuausrichtung des Prinzips bei Foursquare (neuerdings können User noch nicht im System existierende Orte selbst hinzufügen) zu starkem Zuwachs geführt: Nicht nur der erfolgreichste Tag überhaupt (mit mehr als einem „Check-In“, d.h. virtuellem Anmelden eines Users an einem realen Ort, pro Sekunde) konnte verkündet werden, sondern auch eine Zusammenarbeit mit Harvard (eben dem Ort, an dem auch Facebook entstanden ist): So können die dortigen Studenten in Zukunft speziell für sie designte „Badges“ (virtuelle Abzeichen) innerhalb des Networks bekommen, wenn sie bestimmte Orte an ihrem Campus besuchen und dort „Tips“ hinterlassen (hilfreiche Kurznachrichten, die mit einem bestimmten Ort verknüpft sind).

Das große Marketing-Potential von Foursquare und ähnlichen Diensten hingegen wurde schon längst erkannt: So ist es etwa denkbar, dass häufige Besuche von bestimmten Orten bzw. Verhalten durch die User (etwa fünf Mal in einem bestimmten Laden einchecken, alle Filialen einer Firma an einem Ort besuchen oder ähnliches) von Unternehmen mit Gratis- oder Rabattangeboten für die jeweiligen User belohnt und so dazu genutzt wird, mehr Laufkundschaft zu bekommen.

Überraschenderweise ist es ausgerechnet der zu Beginn seines Social Media-Engagements so vielgescholtene Mobilfunkanbieter Vodafone, der in Deutschland zu den ersten Firmen gehört, die Foursquare als Marketinginstrument in größerem Umfang einsetzen: Im Rahmen der derzeit stattfindenden „Woche des Mayors“ (der englische Begriff für „Bürgermeister“ bezeichnet innerhalb des Netzwerks denjenigen User mit den meisten Check-Ins an einem bestimmten Ort) sucht das Unternehmen 5 Gewinner, die am Öftesten die Flagship Stores in fünf großen deutschen Städten besucht haben.

Freilich ist es fraglich, ob es tatsächlich Sinn macht, in gerade dieser Art und Weise an der mobilen Social Media-Diensten teilzunehmen: Die Aufmerksamkeit der Netzwelt ist Vodafone durch die Aktion zwar sicher, aber wirklich nennenswerte Verkaufseffekte sollte der dennoch höchst spannende Versuchsballon nicht haben, denn es ist kaum zu erwarten, dass Leute nur wegen dieser einmaligen Promotion verstärkt dort einkaufen oder dies innerhalb von einer Woche gar mehrfach tun. Als Versuch und erstes Experiment mit den neuen mobilen Netzwerken wird es allerdings höchst spannend zu beobachten sein, welche Resultate daraus gezogen werden, und ob, wie und welche anderen Unternehmen in diesem Jahr ihre Social Media-Strategien ebenfalls auf den mobilen Markt ausdehnen.

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3 Reaktionen zu “Foursquare und Social Media-Marketing Mobil”

  1. Flo Hauk

    Gowalla sieht aber viel besser aus ;) .

  2. rilke

    Yelp hat seit heute oder so auch Login-Funktionen mit drin…

  3. Cookie

    Die Frage ist doch, ob wirklich genug Anreize geschaffen werden, dass die “Smartphoner” auch wirklich dauernd ihre Meinung zu irgendeiner Location posten. Was sind die Anreize? Wissen wo die Freunde sind, hat auch Google`s Latitude bereits probiert. Locations bewerten kann man auch bereits seit längerem auf diversen Plattformen.

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