Unternehmen 2.0? Zahlen, Daten, Fakten…

Es gibt neue Zahlen zur Social Media-Nutzung in Unternehmen – dank der gemeinsamen Studie „Social Media Governance 2010“ der Uni Leipzig, der PR-Agentur Fink & Fuchs sowie des PR-Magazins Pressesprecher.

Überraschendes vorweg: Bereits mehr als die Hälfte (54%) der deutschen Organisationen (befragt wurden Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, Behörden und Non-Profit Organisationen verschiedener Größe – interessant wäre allerdings noch die Verteilung der Branchen gewesen…) nutzen Social Media für ihre Kommunikation – ein Großteil allerdings seit weniger als 12 Monaten. Klingt erstmal viel – doch Social Media ist nicht immer gleich Social Media!

Wie „Netzökonom“ Holger Schmidt bemerkt, fehlen vielen Unternehmen hierbei noch die Strukturen, beispielsweise Verhaltensregeln für den Einsatz von Social Media. Da viele Unternehmen erst vor kurzer Zeit auf den „fahrenden Zug“ aufgesprungen sind, versuchen sie nun möglichst schnell Fuß zu fassen und nehmen sich selten ausreichend Zeit, um übergeordnete Strategien oder Leitfäden zu entwickeln. Dementsprechend schätzen viele Kommunikationsverantwortliche ihre Kenntnisse im Umgang mit den neuen Medien als eher gering ein.

SM_2D00_InstrumenteDie beliebtesten Anwendungen in PR-Abteilungen sind vor allem Facebook und Twitter, während beispielsweise das Potenzial von Social Media Newsrooms noch weitestgehend ungenutzt bleibt.

Interessant stellen sich auch die Chancen und Risiken dar, die Unternehmen im Social Media-Einsatz sehen: Schnelle Informationsverbreitung (82,3%), Service und Kundenbindung (45,7%) sowie Beobachtung der öffentlichen Meinung (44,0%) stehen vor allem der Angst der Unternehmen gegenüber, das Heft des Handelns aus der Hand zu geben und die Kontrolle über die Selbstdarstellung zu verlieren. Nur zu einem geringen Anteil (7,1%) wurde auch die Möglichkeit des Crowdsourcings genannt – das besondere Potenzial in diesem Bereich haben wir vor kurzem hier beschrieben.

Die Studie zeigt vor allem, dass zwar viele Unternehmen die Möglichkeiten von Social Media erkennen, aber oft noch plan- und scheinbar gedankenlos ins Web vorpreschen. Eine klare Formulierung von Strategien und Zielen und ein grundsätzliches Verständnis für das Social Web und die neue „Öffentlichkeit 2.0“ sind zunächst wichtiger als die vorschnelle Anwendung gehypter Tools.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie findet ihr hier: http://www.slideshare.net/FFPR/studie-social-media-governance-2010-studienergebnisse

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