Apps als maßgeschneiderte Werbeträger der Zukunft

Der ungebrochene Trend zu Smartphones und Tablet-PCs befeuert die Bedeutung der kleinen Alleskönner als mobile Werbeträger. Dieser Trend (wir berichteten) ist die entscheidende Voraussetzung für das starke Wachstum des App-Marktes, das sich in den nächsten Jahren ungehindert fortsetzen wird.

Wie aber sieht das Finanzierungsmodell der Zukunft auf dem App-Markt aus? Lassen sich User mit Werbung berieseln, wenn die Apps dadurch kostenlos bleiben? Dass Unternehmen und Marketing-Experten hier tatsächlich auf einen zukunftsträchtigen Markt schielen, belegt aktuell die Befragung “Trend in Prozent – Erfolgspotenzial mobiler Apps” des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), die kürzlich veröffentlicht wurde. Ausgewertet hat der BVDW 100 Fragebögen, die schwerpunktmäßig an Beschäftigte aus der digitalen Wirtschaft verschickt wurden.

Knapp 95 Prozent der Befragten erwarten eine Zunahme der Bedeutung mobiler Endgeräte als Werbeträger in den kommenden zwei Jahren. 90 Prozent der stimmen dieser Entwicklung auch speziell in Bezug auf Tablet-Apps zu. Eine steigende Nachfrage ist für 93 Prozent der Befragten in Bezug auf Anwendungen für Smartphones und 86 Prozent in Bezug auf die für Tablet-PCs wahrscheinlich.

Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass bezüglich etwaiger Finanzierungsmodelle folgende Vorstellungen vorherrschen: Gut zwei Drittel der Befragten sehen die vielversprechendsten Chancen in kostenlosen, werbefinanzierten Apps. Nur noch die Hälfte prognostizieren kostenpflichtigen Downloadmodellen noch gute Chancen, während einem kostenpflichtigen Abo-Modell nur 20 Prozent Aussicht auf Erfolg einräumen. Die Ergebnisse ließen sich zusammenfassen unter dem allseits bekannten Internet-Motto „Werbung statt bezahlter Inhalte”.

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Wie aber sieht die Download-Realität heute aus? 70 Prozent der im Apple-Store angebotenen Mini-Programme sind kostenpflichtig, laut des Wall-Street-Analysten Gene Munster sind allerdings schon jetzt 81 Prozent der heruntergeladenen Apps kostenlos. Als Vergleich: In Googles Android-Market stehen schon heute zwei Drittel aller Apps kostenlos zur Verfügung, wie eine aktuelle Grafik im Blog Royal Pingdom zeigt.

Die Managementberatung Mücke, Sturm & Company erwartet für den deutschen App-Markt eine jährliche Wachstumsrate von 84 Prozent und gibt Unternehmen in ihrer “Roadmap für den Aufbau mobiler Services” für die Zukunft folgende Tipps mit auf den Weg:

1. App-Start mit Apple! An Apple und seiner Downloadplattform iTunes führt zum Einstieg vorerst kein Weg vorbei.Vor allem die große Entwicklergemeinde und die hohe App-Affinität der iPhone-Gemeinde stehen hierbei im Vordergrund.

2. Ausbau über Android! Die Zahlungsbereitschaft der Android-User ist im Vergleich niedriger als die der Apple-User. Auch hier ist die rasant wachsende Nutzer- und Entwicklergemeinde auf keinen Fall zu vernachlässigen.

3. Ergänzung in der Nische! Business-Tools und speziell angepasste Apps z.B. für Blackberry.

4. Facebook! Über die Reichweite Facebooks müssen keine großen Worte mehr verloren werden. Die Erweiterung und Öffnung der Plattform für Drittanbieter.

Eines ist sicher: Hosentaschengroße Mini-Computer werden zukünftig immer stärker den Umgang mit dem Social Web bestimmen. Es liegt in der Hand der Unternehmen, sich hier intelligent zu engagieren. Trifft eine App nicht nur den Zeitgeist, sondern kombiniert Mehrwert mit Entertainment, wird der Nutzer auch bereit sein, die eine oder andere (zielgerichtete) Werbebotschaft zu akzeptieren.

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