Archiv der Kategorie ‘Web‘

16
Dez
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attitude_classification_crop.jpgEs sah alles nach einer gelungenen PR-Aktion aus, die Softdrink-Hersteller Dr. Pepper da im Frühjahr dieses Jahres startete: Die Firma versprach jedem Amerikaner eine Flasche ihres Getränkes, wenn die Band Guns’n’Roses es noch 2008 schaffen würde, ihr langerwartetes Album Chinese Democracy zu veröffentlichen. Die Chancen, dass dies tatsächlich eintreten würde, standen damals ungefähr so hoch wie die Wahrscheinlichkeit, dass der Fußball-Verein eines kleinen baden-württembergischen Dorfes Herbstmeister der Fußball-Bundesliga werden würde. Schließlich warteten die Fans jetzt schon gute 15 Jahre auf ein Lebenszeichen von Axl Rose. Doch Ende November passierte das Unfassbare und das sechste Album von Guns’n’Roses erschien tatsächlich.

Jetzt war es an Dr. Pepper, zu zeigen, dass sie zu ihrem Wort stehen würden. Ihre Lösung für das logistisch praktisch unmögliche Problem: Jeder Amerikaner, der einen Gratis-Drink haben wollte, musste sich auf einer Website zu registrieren. Die Server brachen zusammen und lange nicht jeder, der eine Flasche wollte, bekam eine. Und das, so die Anwälte der Band, entsprach nicht dem, was Dr. Pepper versprochen hatte. Sie sprachen von unerlaubter Werbung mit dem Namen der Band und forderten eine Entschuldigung von der Firma. Und wie schon bei der vollmundigen Ankündigung verbreitete sich das Thema blitzschnell in der Online-Welt – sehr zum Schaden der Firmen-Reputation.

Ebenfalls in die virtuellen Online-Nesseln gesetzt hat sich das Pharma-Unternehmen Motrin, das sich für ihre neueste Kampagne einen Trend unter jungen Müttern aussuchte: das so genannte „Babywearing“, also das Tragen von Babys vor dem Bauch mit Hilfe von Tragen, Tüchern usw. Die ungefähre Tonalität der Kampagne: „Ich tue das für mein Baby, weil es so von mir erwartet wird – aber wer denkt an mich und meine verspannten Muskeln?“. Vielleicht dachte die Firma, junge Mütter hätten keine Zeit zum Bloggen, doch da unterschätzten sie besonders die Macht von Twitter. In kürzester Zeit brandete eine Welle der Empörung durch das Netz. Die Folge: Motrin entschuldigte sich, nahm die Kampagne von der Website und brauchte, so O-Ton VP Marketing Kathy Widmer, einiges ihrer eigenen Kopfschmerz-Medizin. Und so schließt sie mit den Worten: „When you make a mistake - own up to it, and say you’re sorry. Learn from that mistake.”

21
Nov
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Die englische Financial Times Homepage hat ein neues Layout. Im Vorfeld stellten die Herausgeber eine Preview-Seite ins Internet. Auf dieser wurden der Aufbau und die neuen Rubriken anschaulich erklärt. So konnten sich die Leser mit der neuen Gestaltung vertraut machen und wurden auf den Tag der Umstellung vorbereitet.

Ein weiteres Feature der Preview-Seite: das neue Layout konnte vor dem Launch bewertet werden. Anregungen der Leser konnten in dieser Phase noch ohne große Komplikationen berücksichtigt werden. Damit zeigte die Financial Times ihre Wertschätzung der Leserschaft. Grundvoraussetzung für ein aktives Kundenbeziehungs-Management.

Interessant ist auch die Diskussion darüber, ob sich die Grafiker an einem typischen Blog-Layout orientiert haben. Möglicherweise ein großer Schritt, der die Grenze zwischen traditionellen Nachrichten-Formaten und Blogs weiter auflösen wird.

Viele Medienmarken bieten mittlerweile Blog-Beiträge einzelner Redakteure an. Ein deutsches Beispiel ist der Netzökonom-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort hat das relativ neue Blog-Format jedoch eher ein Nischendasein geführt. Die Financial Times richtet sein Hauptangebot nun an dessen Design aus und bietet dem Blog-Format damit eine größere Bühne. Bei Erfolg könnte dieser Schritt weitere Nachrichten-Seiten dazu animieren, Ähnliches zu tun. Somit würde dem Blog-Format auch eine stärkere kommerzielle Bedeutung beigemessen.

7
Nov
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tetris_blocks.jpgDer Boom in der Game-Branche hat zu vielen neuen Spielern geführt, die für Marketer eine zunehmend attraktive Zielgruppe darstellen. Eine neue Studie von Ipsos Media CT für IGN Entertainment hat 2.263 Nutzer von Spielen für Konsolen, tragbare Geräte und Mac oder PC analysiert. Demnach beeinflussen Gamer ihr persönliches Umfeld in Bezug auf Medien- und Technologie-Nutzung über das Spielen hinaus.

Die Befragten gaben mit 39% an, dass ihre Familie und Freunde sich aktueller Technologie auf ihre Meinung verlassen. Bei Nicht-Gamern sind dies nur 29%. Ähnlich ist es bei der Mediennutzung: 37% der Gamer sagen, dass sie für ihr Umfeld relevanten Einfluss auf Nachrichten über Filme, TV und Unterhaltung haben. Nur 22% der Nicht-Gamer konnten dem zustimmen. Bei der Kategorisierung der Gamertypen wurde festgestellt, dass der männliche Technik-versierte Single am meisten Einfluss ausübt. 46% dieser Gruppe bestätigten, dass ihr persönliches Umfeld ihren Rat in medialer Unterhaltung aufsucht. Mehr als 50% werden bei technischen Belangen befragt. Der Gamer-Typus mit dem wenigsten Einfluss sind die so genannten Online-Puzzlers. Dies sind hauptsächlich weibliche Gamer, die im Internet Puzzle und ähnliche Spiele konsumieren.

Die zuerst genannte Gruppe der Gamer mit starkem Einfluss lässt sich am besten online ansprechen. Insbesondere Online-Streaming und Download-Video sind bei ihnen beliebt. Als sehr effektive Marketing-Plattform gelten zudem die Spiele an sich. Allein in den USA wird mit einem Anstieg des jährlichen In-Game Advertising Budgets von US $650 Millionen im Jahr 2012 gerechnet. Das wäre mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2007.

31
Okt
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BlogDas Web 2.0 nimmt in Deutschland weiter an Fahrt auf. Nachdem sich im Jahr 2007 noch acht Prozent der Deutschen mit dem Thema „Blogging“ aktiv beschäftigt haben, ist die Anzahl in diesem Jahr auf elf Prozent gestiegen. Fakten dafür liefert das Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse untersucht jedes Jahr die Veränderungen in der Informations- und Kommunikationskultur in Deutschland. Dabei werden auch internetindizierte Veränderungen des Kaufverhaltens analysiert. Seit mehreren Jahren zeichnet sich ein Trend ab, der bestätigt, dass das Internet einen immer stärkeren Einfluss auf die Alltagskultur hat.

Die aktuelle Studie kommt beim Thema Web 2.0 zu folgenden Ergebnissen:

  • 25% schreiben Beiträge in Diskussionsforen (2007: 23%)
  • 26% stellen eigene Fotos in das Internet (2007: 19%)
  • 20% schreiben Bewertungen und Testberichte (2007: 18%)
  • 19% schreiben Kommentare in Blogs anderer Nutzer (2007: 16%)
  • 11% pflegen einen eigenen Blog (2007: 8%)

Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen auf, dass die Anzahl der Produzenten von eigenen Inhalten für das Internet, dem so genannten User Generated Content, ansteigt. Die Nutzer wollen nicht mehr nur konsumieren, sondern das Netz selbst mitgestalten. Insbesondere Jugendliche gehen spielerisch mit den technischen Möglichkeiten um und experimentieren mit ihrer Kreativität. Fast die Hälfte aller 14- bis 19-Jährigen ist Teil einer Online-Community und nutzt diese immer mehr, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Damit laufen Communities den klassischen Email-Diensten zunehmend den Rang ab.

9
Okt
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Eine neue Studie über das Verhältnis zwischen Marke und Kunden der Londoner Agentur BrandRepublik gibt neue Aufschlüsse über die Relevanz von Social Networks.

Demnach honorieren es Kunden, wenn Marken in MySpace und Co. nicht nur als Mitglied repräsentiert werden, sondern auch mit anderen Mitgliedern interagieren.

 

 

 Key Findings der Studie:

  1. Knapp drei Viertel fühlen sich Marken näher verbunden, die mit ihnen in Social Networks interagieren
  2. Zwölf Prozent der Mitglieder in Facebook haben sich als Fan einer bestimmten Marke geoutet. 23 Prozent der MySpace-Mitglieder haben bereits eine Marke als Freund hinzugefügt
  3. Ebenfalls drei Viertel gaben an, dass sie sich ihrer Marke noch verbundener fühlen würden, wenn diese mit ihrer Social Network Repräsentanz auf Kommentare und Fragen reagieren würde.

Handlungsempfehlungen der Studie setzen auf die Interaktion mit den Kunden:

-    Die Marke kann z.B. relevante Themen an die Kunden herantragen, welche dann Kunden untereinander diskutieren
-    Negative Kommentare sollten ernst genommen werden und öffentlich im Social Network beantwortet werden
-    Die Tonalität der Kommunikation muss der Kundengruppe entsprechen
-    Das Aussenden von Promotions über die Social Network Repräsentanz wird von vielen Mitgliedern als lästig angesehen und zunehmend ignoriert

Die Studie basiert auf quantitativer Marktforschung in MySpace und Facebook mit Mitgliedern im Alter von 18 bis 50 Jahren sowie qualitativen Tiefeninterviews mit Entscheidern in britischen Medienunternehmen.