Die JIM (Jugend, Information, Multimedia) Studie 2008 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest belegt, dass Computer zunehmend deutsche Kinderzimmer dominieren. Die Ergebnisse zeigen auf, dass das Internet zum Fernsehen aufgeschlossen hat. Das Nutzungsvolumen ist nahezu gleich und Computer sind mittlerweile häufiger in Kinderzimmern zu finden als Fernseher. Markenhersteller, die Jugendliche zu ihren Zielgruppen zählen sind daher gut beraten, sich stärker mit den Möglichkeiten von interaktivem Online-Marketing auseinanderzusetzen. Die Beliebtheit von Online-Communities wie SchülerVZ ist ein Indiz für die Bedeutung, welche der Bereich Social Media Marketing bereits jetzt besitzt.
Die Key-Findings der Studie im Einzelnen:
Mit 71% besitzen mehr Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren einen eigenen Computer als einen Fernseher (61%)
Jedem zweiten Jugendlichen steht zudem ein Internetanschluss zur Verfügung
84% der Jugendlichen sind mehrmals die Woche online
Die häufigsten Tätigkeiten sind die Nutzung von Internetsuchmaschinen, Instant Messenger, E-Mail und Online-Communities.
Ca. drei Viertel der Internetnutzer besuchen Online-Communities. 57% loggen sich mehrmals die Woche oder häufiger ein. Jeder zweite Internetnutzer hat bereits die Online-Community SchülerVZ besucht.
Dennoch behält das Fernsehen einen starken Einfluss: 89% der Jugendlichen sehen mehrmals die Woche fern.
Eine neue Studie über das Verhältnis zwischen Marke und Kunden der Londoner Agentur BrandRepublik gibt neue Aufschlüsse über die Relevanz von Social Networks.
Demnach honorieren es Kunden, wenn Marken in MySpace und Co. nicht nur als Mitglied repräsentiert werden, sondern auch mit anderen Mitgliedern interagieren.
Key Findings der Studie:
Knapp drei Viertel fühlen sich Marken näher verbunden, die mit ihnen in Social Networks interagieren
Zwölf Prozent der Mitglieder in Facebook haben sich als Fan einer bestimmten Marke geoutet. 23 Prozent der MySpace-Mitglieder haben bereits eine Marke als Freund hinzugefügt
Ebenfalls drei Viertel gaben an, dass sie sich ihrer Marke noch verbundener fühlen würden, wenn diese mit ihrer Social Network Repräsentanz auf Kommentare und Fragen reagieren würde.
Handlungsempfehlungen der Studie setzen auf die Interaktion mit den Kunden:
- Die Marke kann z.B. relevante Themen an die Kunden herantragen, welche dann Kunden untereinander diskutieren
- Negative Kommentare sollten ernst genommen werden und öffentlich im Social Network beantwortet werden
- Die Tonalität der Kommunikation muss der Kundengruppe entsprechen
- Das Aussenden von Promotions über die Social Network Repräsentanz wird von vielen Mitgliedern als lästig angesehen und zunehmend ignoriert
Die Studie basiert auf quantitativer Marktforschung in MySpace und Facebook mit Mitgliedern im Alter von 18 bis 50 Jahren sowie qualitativen Tiefeninterviews mit Entscheidern in britischen Medienunternehmen.
Die Studie „Brand New World“ von Platform-A Germany bringt neue Erkenntnisse über den Einfluss des Internets auf die Markenwahrnehmung und das Kaufverhalten.
Demnach sind Produktrezensionen und Preisvergleich-Portale für die deutschen Internetnutzer von immer stärkerer Bedeutung. Knapp dreiviertel (71%) haben innerhalb der letzten sechs Monate eine Produktrezension von anderen Konsumenten gelesen und mehr als zwei Drittel (68%) nutzten Portale zum Vergleichen von Preisen.
Eine weitere Erkenntnis ist, dass Informationen im Internet die Beziehung zwischen Käufern und Marken beeinflusst. Fast die Hälfte der Käufer (46%) beurteilten verschiedene Marken nach ihrer Internet-Recherche positiver.
Andrew Bradford, Mitautor der Studie spricht von einem hohen Potenzial, aber auch von der Gefahr, dass die traditionell aufgebauten Markenbeziehungen durch das Internet untergraben werden könnten.
Die Studie bestätigt die steigende Relevanz des Online-Marketings. Mit professionellem Monitoring und Posting können Unternehmen das Image ihrer Marken im Internet effizient evaluieren und steuern. Nur diese Erkenntnisse können die Grundlage für effektives Online-Marketing sein.
Nahezu unbegrenzt sind die Möglichkeiten, dem Ruf eines Unternehmens mit Bad Publicity zu schaden. Klassisch gesehen, bieten Skandale rund um das Business und die Leitfiguren des Unternehmens beliebte Gründe für Anprangerungen und Boykottaufrufe. Aber auch schon kleine verbale Ausrutscher werden, wie z.B. im Fall von Chris Bangle, Chefdesigner bei BMW, gnadenlos ausgenutzt. Bangle hatte in einem Messe-Interview ehrfurchtsvoll von einer „Axis of White Power“ gesprochen. Der Begriff „White Power“ wird von der amerikanischen Neonazi-Szene verwendet, um ihre Ideologie zu rechtfertigen.
Das Internet und insbesondere Weblogs bieten Plattformen, auf denen sich negative wie auch positive Äußerungen rasant weiterverbreiten. Auf dem 360 Digital Influence Blog finden sich fünf Tipps zum angemessenen Reagieren auf eine „Blog-Krise“:
1. Die Hauptakteure per „About“-Seiten in Quellen, Kommentatoren sowie Promoter unterteilen und jeweils einzeln ansprechen.
2. Die Unterhaltungen mittels Twitter Search nach Tonalität und Frequenz evaluieren.
3. Anstatt eines anonymen Corporate Accounts eine reale Person mit Authenzität kommunizieren lassen.
4. Mittels eines Corporate Blogs die Diskussion auf die eigene Seite verlagern.
5. Keine Diskussion ignorieren, sondern stetig kommunizieren und alle zu einem positiven Ende führen.
Besser als hektisches Reagieren ist das vorausdenkende Agieren. Dazu gehört es, die Stimmung in der Blogosphäre stetig zu beobachten, den Kontakt zu suchen und einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Blogger schätzen den offenen Umgang von Unternehmensseite und mögliche negative Entwicklungen können frühzeitig erkannt und umgekehrt werden. Professionelles Monitoring und Posting werden zunehmend erforderlich. In dem genannten Fall verbreitete BMW eine Videonachricht, in der Chris Bangle alle Missverständnisse nachvollziehbar aus dem Weg räumte. So konnte die Negativ-Kampagne in eine Promotion der Designführerschaft von BMW verwandelt werden.
Wenn von Sporen und Graswurzeln die Rede ist, befindet man sich normalerweise im Reich der Biologie oder der Gärtnerei und nicht im Online-Marketing. In einem aktuellen Fall jedoch ergeben die beiden Begriffe in Kombination ein faszinierendes Beispiel für die Macht des Konsumenten und die zahlreichen Möglichkeiten, mit User Generated Content im Netz ein Statement zu setzen.
Worum geht es? Um Spore, das neue, langersehnte und mit viel Vorschuss-Lorbeeren versehene Computerspiel von Will Wright, dem Schöpfer solcher Klassiker wie Sim City oder The Sims, eine Lebenssimulation, die die Spieler in die Lage versetzt, eine Lebensform auf ihrem Weg von der Ursuppe über die Anfänge der Zivilisation bis zur Besiedlung des Weltraums zu begleiten.
Während das Spiel in der Fachpresse fast überwiegend gute Wertungen bekommt – Gamerankings weist einen Durchschnitts-Wert von über 86% aus – dürfte Publisher Electronic Arts über die User-Wertungen auf Amazon alles andere als glücklich sein. Bei ca. 2000 Bewertungen auf Amazon.com finden sich ungefähr 1800, die dem Spiel nur einen Stern zugestanden – Tendenz steigend. Bei Amazon.de zeigt sich ein ähnliches Bild: 180 1-Stern-Bewertungen von insgesamt ca. 250. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz zwischen „Experten-Meinung“ und User-Feedback? Sieht man sich die negativen Rezensionen an, so stellt man schnell fest, dass es bei der Kritik praktisch nie um das Spiel selbst geht. Hier wird nicht die Grafik oder das Spielerlebnis bemängelt, hier geht es um die lautstarke Kritik am DRM-Systems des Spiels und der Entscheidung des Publishers, das Spiel mit einer Form des Kopierschutzes auszuliefern, die die Anzahl der möglichen Aktivierungen des Spiels auf drei beschränkt. Spieler kritisieren, dass dies eher einem Mieten als einem Kauf gleich kommt – dies aber zu einem handelsüblichen Kauf-Preis.
Und damit kommen wir zu unserem kleinen botanischen Exkurs zurück. Graswurzelbewegung , so nennt man eine spontan aus der Gesellschaft heraus entstehende politische oder wirtschaftliche Initiative, die Menschen mit einem gemeinsamen Anliegen zusammen kommen lässt. Das Amazon-Rating-System wird quasi zweckentfremdet, um eine Meinung zu verbreiten – geht es hier doch gar nicht um die Qualität des Produktes an sich, sondern um Kritik an einer wirtschaftlichen Entscheidung. Die Verkaufscharts der nächsten Wochen werden zeigen, welchen Einfluss diese Bewegung hat, abgesehen davon ist es sicher, dass das Image des Publishers nachhaltig beeinträchtigt sein wird.